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6-Days Lull Gillen 2011 du dimanche 3 juillet au samedi 9 juillet
Historique
Carte de visite Lull Gillen
Président d'Honneur du V.C. " Le Guidon BERTRANGE "
né le 7 octobre 1928 à Luxembourg
Marié et père de 2 fils
Pendant 15 ans Président du L.G. BERTRANGE
Président d'honneur du Panathlon Club Luxembourg
Coureur cycliste de 1942 à 1966 ( «pro» à partir de 1947 )
- 1945
- 2ième au Championnat du monde de vitesse amateurs (Parc des Princes, Paris)
- 1947
- 3 médailles d'argent aux Championnat du monde universitaires (Paris)
- 1949
- 2ième au Championnat du monde de poursuite «pro» : ( 5 km ) (1er : Fausto COPPI)
- 1950-1955
- Championnats du monde de poursuite «pro» (5 km) 2x3e et 2x4e
- 1953
- victoire d'étape au Tour de Luxembourg
- 1954
- vainqueur du Tour de l'Oise
Nombreuses victoires de critériums
- 1955
- RECORD DU MONDE (5 km) sur piste à Milan
11 victoires de courses dites «6 jours»
20 places de 2e / 24 places de 3e / 123 courses de «6 jours» courues
Wien ass de Lull Gillen ?
Nicht nur im Sport ein Gentleman
Als Lull Gillen am 11. August 2010 im Alter von 81 Jahren verstorben ist, tauchte in den Nachrufen ein Wort immer wieder auf, das des «Gentleman». Gentleman war Lull Gillen durch und durch, während seiner zwei beruflichen Laufbahnen, der eines professionellen Radsportlers und der späteren im Bankwesen. Gentleman, man ist geneigt zu sagen, der alten, aussterbenden Sorte, war Lull Gillen auf eine natürliche Art und Weise auch im alltäglichen Umgang. Mit ihm ein Gespräch zu führen, zum Beispiel über Sport oder über Politik, war das reinste Vergnügen, Lull achtete und respektierte seinen Gegenüber, auch wenn der anderer Meinung war. Gerade dann lohnte es sich zu diskutieren, nachher hatte man das zufriedene Gefühl, an Erkenntnissen reicher geworden zu sein, zumal Lull einer war, der zuhören konnte und der durchaus imstande war, gegebenenfalls seine Meinung zu ändern.
Drahtig und großgewachsen, mit bis ins Alter hinein einer sportlichen Ausstrahlung, höflich-freundlich und hilfsbereit, aber auch als Mann mit Rückgrat und überzeugungen, dabei stets darauf bedacht, eine Situation überblicken zu wollen, so haben wir Lull Gillen in Erinnerung. Dass der mit Abstand beste Luxemburger Bahnfahrer aller Zeiten schon als Jugendlicher und bis ins achte Lebensjahrzehnt hinein die Tugenden eines Gentleman pflegte, das hat neben seiner Erziehung wohl vor damit zu tun, dass er mit einem Fortbewegungsmittel, dem Fahrrad, großgeworden ist und dass er auf und mit dem Velo alle jene Werte und Vorzüge für sich entdeckte, die er verinnerlichte. Rad zu fahren, ein ganzes bewusstes Leben lang, war für Lull Gillen viel mehr als mit Kraft und Köpfchen in die Pedalen zu drücken; Rad zu fahren war eine Haltung und eine Lebenseinstellung.
Es wäre sicher falsch zu schreiben, Lull Gillen hätte im Sport alles - oder fast alles - erreicht, was er erreichen konnte. Die große Enttäuschung in den späten Lebensjahren war die, dass in Luxemburg kein Velodrom gebaut wurde, oder vielmehr dass das Projekt einer «gedeckten Piste» immer wieder verschoben wurde. Dabei hat der Fachmann bei den Projekten sein Knowhow angeboten und Kontakte vermittelt, nicht marktschreierisch, das war ohnehin nicht seine Art, sondern so, wie er sich das beste Resultat erhoffte. Wenn dabei bis jetzt von Vertröstung zu Vertröstung nichts Konkretes zustande gekommen ist, ist man geneigt, es mit der alten Weisheit zu halten, dass der Prophet im eigenen Land nichts gilt.
Der Tatendrang, der Lull Gillen charakterisierte, als er, schon weit über siebzig, regelmäßig nach den Sitzungen des Luxemburger Panathlon -dessen Präsident er während 16 Jahren war - mit Rita Krombach einen Termin vereinbarte – zum Radfahren, war dem «Brideler Jong» wohl in die Wiege gelegt worden. Nicht schnell genug erreichte er das Alter, um in Luxemburg bei Radrennen zugelassen zu werden, also bestritt er sein erstes Rennen mit einer Trottinette, als Achtjähriger. Mit elf Jahren war es dann soweit und Lull, auf dessen Geburtsurkunde Lucien stand und der 1940 unter der deutschen Besatzung seinen Vornamen in Luzian umändern musste, durfte in der Nachwuchskategorie starten. Zugleich lernte er schon in diesem frühen Alter, dass Sport auch mit Politik zu tun hatte: «Ich bin auch Radrennen gefahren, um nicht an den Veranstaltungen der Hitlerjugend teilnehmen zu müssen», erklärte er später.
Damals ging es rund um den Luxemburger Stadtpark, wohl haben diese Rundstreckenrennen Lull Gillen auf den Geschmack gebracht, schnelle Runden zu drehen. Dabei war er auch für die Straßenrennen begabt, 1955 stellte er bei der Tour de l’Oise den Schlussgewinner; damals sprach man von einer Luxemburger Meisterschaft mit internationaler Beteiligung, wurde doch Willy Kemp Zweiter und Marcel Ernzer Dritter. Sein Palmarès schmiedete Lull Gillen freilich auf der Bahn, die Sixdays, deren er insgesamt 123 fuhr (mit elf Siegen) und die Verfolgungsrennen über die klassische 5-km-Distanz wurden seine Spezialität. In dieser Sparte wurde er 1949 in Kopenhagen Vize-Weltmeister, hinter dem legendären Fausto Coppi und sechs Jahre danach stellte er auf der neuen Bahn des Palazzo dello Sport in Mailand einen Weltrekord auf (5 km in 6'19"1/5).
Von dem was man gemeinhin Schicksal nennt ist Lull Gillen nie verwöhnt worden. Ende der Saison 1947 wechselte er zu den Profis (er war es bis 1966), wobei er schweren Herzens auf einen Start bei den Olympischen Spielen 1948 in London, wo er durchaus seine Chancen gehabt hätte, verzichtete. Dem damals 19-Jährigen war klar, dass der Zeitpunkt gekommen war, beruflich auf eigenen Füßen zu stehen und die Finanzen seines Vaters Maurice, der auch sein Lehrmeister im Radsport war, nicht zu sehr zu belasten. Dabei wäre ihm eine Olympiateilnahme durchaus attraktiv erschienen, 24 Jahre nach der seines Vaters.
Lull Gillen war ein Mann von klaren Trennungen und Entscheidungen, war ein Kapitel in der Karriere, im Leben vorbei, dann begann ein neues, mit einer gesunden Portion Neugierde und Selbstvertrauen ging er es an. Dem Vergangenen nachzutrauern oder sich nicht davon loslösen zu können, das widersprach seinem Naturell. Die Umstellung des professionellen Radsportlers zum Banker glückte nahtlos und war ein fliegender Wechsel. Das Radfahren wurde flugs zum Hobby und führte außerdem zum ehrenamtlichen Engagement beim «seinem» VC Le Guidon Bartringen. Auch in seiner zweiten beruflichen Karriere hat Lull Gillen es zu Kompetenz und Ansehen gebracht – ein Gentleman lässt grüßen.
Pierre Gricius
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